Schamanische Praxis

Schamaninnen und Schamanen waren die ersten Ärzt/innen, Psycholog/innen und Priester/innen des Menschen. Die Archäologie geht heute von ca. 120.000 Jahren aus, in denen Schamanismus bereits praktiziert wird.
Der Schamane „reist“ in die „nichtalltägliche Wirklichkeit“ (Castaneda) und holt sich dort mittels seines Krafttieres oder seines Lehrers/ seiner Lehrerin Hilfe „von den Geistern“ (Spirits) zur Heilung aller möglichen Krankheiten, zur Kommunikation mit den Seelen Verstorbener, dem Auffinden verloren gegangener Gegenstände, zur Einholung von Ratschlägen bei schwierigen Entscheidungen usw. Trommel und Rassel sind die wichtigsten „Werkzeuge“, Orakelsteine, weitere Divinationstechniken und magische Rituale kommen aber ebenfalls zum Einsatz.

Schamanismus beruht auf Animismus (Seelen- und Geisterglaube), der Vorstellung von personenhaften Wesenheiten, die hierarchisch eingeordnet werden: Geister, Ahnen und Dämonen, die in der Regel die Zwischenwelt zwischen Menschen und höheren Wesen bevölkern, vor allem als Natur- (Feen, Elfen) und Ahnengeister. Sie verfügen über eine metaphysische Macht, die sie der Schamanin/ dem Schamanen zur Verfügung stellen, um Heilungen und Ratschläge zu ermöglichen; bösartige Geister können durch Amulette abgewehrt werden.

In den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts erforschte und entwickelte der Anthropologe Michael Harner den sogenannten Core-Schamanismus. Darunter versteht man grundlegende Prinzipien und Techniken des Schamanismus, die den meisten noch intakten Traditionen schamanischer Gesellschaften und deren Praktiken innewohnen, ohne deren Zeremonien zu übernehmen.

Schamanismus ist keine Religion, sondern eine Methode, in der die Schamanin/ der Schamane in Verbindung mit anderen Mitteln (Kräutermedizin, Heilsteine, Klangschalen etc.) einem ganzheitlichen Ansatz folgend spirituelle Mittel zur Verfügung stellt, um Menschen und/oder Tieren zu helfen.

In Europa wird Core-Schamanismus durch „The Foundation for Shamanic Studies“ gelehrt.