Böten

(Krankheiten besprechen)

Noch zu Zeiten unserer Großeltern gab es in fast jedem Dorf eine weise Frau, die die Menschen bei den vielfältigsten Beschwerden aufsuchten.
Die gemurmelten Gebete der Bötin fädeln sich ein in einen jahrtausende alten Bewusstseinsstrom und bringen Warzen, Gürtelrosen, Ausschläge uvm. noch heute ohne weitere Zusätze einfach zum „Verschwinden“.
In früheren Zeiten wurde die Kunst des Besprechens (Beschreiens, Abbetens, Ratens, Bötens) von der Mutter an die Tochter weitergegeben, die Bitten (Gebete) sind gekennzeichnet durch den Respekt vor der Schöpfung. Auszug aus einem Einstiegsgebet:

Heilig ist die Stunde
Heilig ist die Wunde
Heilig ist der Tag
Heilig ist das, was ich sag!

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Ich bespreche deine Wunden auf Spendenbasis.